Donnerstag, 2. Januar 2014

Welcome 2014 – und alles wird neu, oder auch nicht!

Ein neues Jahr hat begonnen – mit Sekt und kleinem Feuerwerk im Kreise lieber Menschen, mit denen ich gerne das neue Jahr begrüßt habe. In einer neuen Wohnung, mit neuen Nachbarn und völlig entspannt.
Zwar sind der 31. Dezember und der 1. Januar jeweils nur Daten; dennoch markiert die neue Jahreszahl einen neuen Abschnitt im Kreislauf des Lebens. Mein Neubeginn hat sich in 2013 sukzessive vollzogen: partielle Trennung von einem Kind; Überlegungen eines Jobwechsels, der mit einem Ortswechsel verbunden wäre; Entscheidung, mich nicht örtlich von meinem Kind, sondern eher von meinem Mann zu trennen; Suche nach einer neuen Wohnung für mich und die Kinder (auch wenn eines davon nur zeitweise bei mir sein würde); Einrichtung der neuen Wohnung… Es gab viel zu tun und ich habe fast alles geschafft.
Nun blicke ich erwartungsvoll ins neue Jahr und freue mich auf aktuelle Herausforderungen: alte Zöpfe, die entflochten und abgeschnitten werden wollen; neue Herausforderungen im Büro; vielleicht wieder mehr neue Blogeinträge oder gar ein neues Buch. Es gibt vieles, was darauf wartet, von mir erledigt zu werden. Und ich werde mir für alles seine Zeit nehmen: für die Kinder, für die Wohnung, für die Arbeit, für meine Hobbies. Zu vieles davon war Anfang des vergangenen Jahres fast auf der Strecke geblieben und wurde mir erst nach der Entscheidung für mein Alleinleben (mit Kind/ern) wieder richtig bewusst. Dafür muss und möchte ich die Lieben, die ich zeitweise vernachlässigt hatte, um Entschuldigung bitten. Zwar wird es mir auch in 2014 nicht gelingen, alle Wünsche zu erfüllen, aber die Perspektive auf ein ruhiges und harmonisches Miteinander ist vorhanden und wird auch realisiert werden.
Vielleicht bin ich einfach nicht für ein Zusammenleben mit einem Lebensgefährten (oder auch Ehemann) bestimmt. Es fällt mir schwer, mich auf andere Menschen einzustellen; selbst meine Kinder und ich verstehen uns manchmal nicht. Aber das sind schließlich meine Kinder und bei allen Konflikten entdecke ich immer wieder einen Teil von mir in diesen kleinen (bzw. im Falle meines Teenagers großen) Persönlichkeiten, was in mir jede Menge Verständnis für die Art des Konfliktes und dessen Austragung erweckt. Mit großem Staunen lausche ich manchmal meiner Tochter, wenn sie ganz beiläufig Lebensweisheiten von sich gibt, die ich von einer fast 10jährigen einfach nicht erwarten würde. Wenn dann noch Altersgenossen der Lütten anwesend sind, erntet sie von diesen häufig totales Unverständnis. Das ist für sie schwer nachzuvollziehen, weil in ihren Augen alles, was sie sagt, vollkommen logisch ist (ich kann’s gut verstehen).
Das Interessante dabei ist: Mir geht das häufig heute noch so, dass ich – aus meiner Sicht – in vollkommen logisch nachvollziehbaren Sätzen über etwas spreche und meine Gesprächspartner trotzdem nur Bahnhof zu verstehen scheinen. Manchmal – vor allem an der Arbeit – macht mich das dann ein wenig (!) ungeduldig und trübt die Stimmung. Es will mir einfach zeitweise nicht in den Kopf, dass „das so schwierig zu verstehen“ sein soll. Mein Chef und auch Freunde, die mich lange und auch gut kennen, reagieren dann regelmäßig ganz toll, indem sie mir vermitteln, dass meine Gedankengänge eben nicht immer alltagstauglich und allgemeinverständlich sind, was aber kein Beinbruch sein sollte.
Auch hinsichtlich meiner Interessen gerate ich dauernd an Grenzen dessen, was meine lieben Mitmenschen davon wissen bzw. darüber sprechen möchten. Ich spiele wahnsinnig gerne mit Sprache – meine Kinder ebenfalls. Doch selbst die beiden verdrehen zeitweise die Augen, wenn ich z.B. bemerke, dass eine Sängerin in der live-Version eines Liedes die Vokale ganz anders ausspricht als auf der CD. „Ja, Mama, das interessiert aber keinen!“ – „Danke, ich liebe euch auch – oder trotzdem…“. Oder wenn ich bemerke, dass der Himmel – in der Sicht von meinem Balkon aus – in faszinierenden Grautönen eingefärbt und überhaupt nicht langweilig ist, auch wenn alles auf den ersten Blick einfach ätzend öde grau in grau erscheinen mag. Die konkrete Färbung der einzelnen Wolken(teile) und deren Bewegung insgesamt und im Verhältnis zueinander… Spätestens jetzt werden einige Leser mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gähnen und abschalten (wollen).
Mein allmorgendlicher Aktionismus stößt ebenfalls auf Ablehnung; und dabei bemühe ich mich schon, mich leise in der Wohnung zu bewegen, damit sie schlafen können. Aber wenn im Radio ein Lied läuft, welches mir gefällt, kommen aus meinem Mund automatisch mehr oder weniger lustige Laute, die den Song vielleicht erahnen lassen. Was soll ich machen? Ich kann mich nicht dagegen wehren – ist halt meine Natur. Genauso wie es die Natur meines Sohnes zu sein scheint, dass er morgens schlechte Laune hat und nur schwer aus den Federn kommt. Oder dass es in der Natur meiner Tochter liegen mag, dass sie morgens schon sehr früh wach wird und – nicht zuletzt aus Rücksicht auf die Mitbewohner – anschließend stundenlang im Bett liegen und lesen kann, bevor sie sich – halbwegs gut gelaunt – in Gesellschaft begibt, um zu frühstücken.
Was auch immer das Jahr bringen mag: Für heute habe ich schon mal einen guten Plan. Mit der Kleinen frühstücken, einkaufen gehen, den Himmel und die Wolken beobachten, was Leckeres kochen, wenn dann spätestens der Große auch mal die Nase aus seinem Bett hervorlugen lässt, gemeinsam essen, was Spannendes lesen und für den Rest des Tages den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag, an dem sich trefflich eine Spüle montieren und anschließen lässt und vieles mehr.

Montag, 12. August 2013

Chaotisch, aber frisch

Hab nun schon so lange keinen Eintrag mehr geschrieben, dass ich schon fast vergessen habe, wie’s geht... Aber eben nur fast, ich versuch’s einfach mal.
Nach jeder Menge Turbulenz im Leben komme ich langsam zur Ruhe und finde wieder Zeit und Muße, meinen Interessen nachzugehen und meine Hobbies so richtig zu pflegen. Angefangen bei Musik, die nicht jedermanns Geschmack trifft, über Strickorgien, die das ganze Wochenende in Anspruch nehmen, bis hin zu Kochexperimenten, die außer mir 100%ig niemand essen mag (ich find’s toll, mal nur Karotten in Brühe zu dünsten, zu pürieren und dann mit ein paar Erbsen aufzulockern - ohne Fleisch geht’s auch). Dazu noch eine Ordnung in der Bude, die nicht jeder gleich als solche erkennt (aber ich weiß schon, wo ich wie aufgeräumt und geputzt habe!), das passt schon. Ich gehe wieder aus, treffe Freunde, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe, lasse mir Ohrlöcher stechen (links das zweite, rechts das dritte), schreibe wieder am Blog und bin seit vergangenem Samstag auch tätowiert:

Das mit dem Tattoo war für mich ein wichtiger, richtiger Schritt, den ich einfach gehen musste. Ich bin vor ein paar Wochen nachts aufgewacht und hatte die Idee von einer Art Tribal, aber eben nicht von irgendeinem Muster oder Bild, welches ich aus einem Katalog aussuchen würde, sondern von (m)einem eigenen, von mir selbst gestalteten Motiv. Da die Vornamen meiner Kinder jeweils mit dem Buchstaben N beginnen, war die Gestaltung an sich nicht so schwer. Die Entscheidung zwischen mehreren Entwürfen fiel mir auch relativ leicht; allerdings waren die Überlegung zur Größe und Platzierung des Werks auf meinem Körper schon schwieriger. Ich wollte auf keinen Fall eine Art „Arschgeweih“ oder so - vor allem nicht auf einer Körperpartie, an der die Haut durch mögliche Gewichtsschwankungen stark verändert werden könnte.
Schließlich habe ich mich für den Ringfinger an meiner linken Hand entschieden: Einerseits möchte ich meine Verbundenheit mit meinen Kindern durch diesen unverlierbaren Schmuck gerne der ganzen Welt präsentieren; andererseits kann ich - sollte z.B. ein Arbeitgeber Probleme mit einem Tattoo haben - jederzeit einen Ring über die Tätowierung streifen und sie so zu einem privaten Geheimnis machen.
Da meine Kinder sehr individuelle Persönlichkeiten sind (wie sowieso jeder Mensch), habe ich die Buchstaben farblich voneinander abgesetzt. Jedenfalls habe ich mit dem Ineinanderverschlingen der beiden Buchstaben ein perfektes Ambigramm geschaffen, so dass sowohl ich als auch jemand, der mir gegenüber sitzt, denselben Schriftzug entziffern können (abgesehen von der farblichen Spiegelung).
Unabhängig von den Hintergrundgedanken zum Motiv und der Platzierung ist es einfach nur ein schöner Schmuck.
Ich fühle mich irgendwie wie neu geboren - frei und unabhängig, kann meinen kleinen Verrücktheiten freien Lauf lassen und mich austoben, ohne jemandem Rechenschaft darüber ablegen zu müssen. Ein schönes Gefühl - chaotisch, aber frisch!

Freitag, 10. Mai 2013

Wer's glaubt...

Woran glauben wir und warum? Wer glaubt woran? Wie gelangt man zum Glauben?

Ich bin immer wieder fasziniert darüber, wenn Menschen berichten, dass ihnen dieses oder jenes Erlebnis zum Glauben verholfen habe. Da ich bislang noch keinen stichhaltigen Beweis für die Existenz oder Nichtexistenz eines höheren Wesens, einer höheren Macht oder gar mehrerer Götter finden konnte, bin ich auch nicht in der Lage anzuerkennen, ob es so etwas gibt oder nicht. Wer an Gott (oder Götter) glauben mag, soll das bitte tun, mich aber damit verschonen.

Interessant ist ja auch die Frage: Warum glaubt jemand an Gott (und warum ausgerechnet an diesen besonderen oder in dieser besonderen Form?)? Darauf erhält man dann oftmals die Antwort, jemand sei in diesem Glauben erzogen worden. Aha: Da haben also die Eltern und der Dorfschamane eine bestimmte Philosophie vorgebetet (schönes Wortspiel übrigens), die dann mehr oder weniger kritikfrei als die einzig Wahre übernommen wurde.

Fragt man weiter: Wodurch sich denn bestimmte Dinge belegen ließen?, kommt als Antwort (auch häufig): Das steht so in der Bibel. Ach so: Weil’s in einem Buch steht, ist es also die Wahrheit?

Das bringt mich ja auch wieder auf eine ganz schick verschwurbelte Idee: Joanne K. Rowlings „Harry Potter“ ist gar nicht erfunden. Es handelt sich hierbei vielmehr um die Autobiografie der Schülerin JK Rowling mit pudeligen Haaren (Deckname „Hermine“), die eine schottische Internatsschule mit zahlreichen Freaks, genetisch experimentellem Biologieunterricht, esoterischer Physik, einem Mutantenschulgarten und zahlreichen verhaltensgestörten Schülern und Lehrern besuchen musste. Joanne’s (also Hermines) bester Freund Harald (alias „Harry“) war auf Grund seines asozialen Hintergrunds (Misshandlung durch die Verwandten, bei denen er nach dem Tode seiner Eltern aufwuchs) schwerst verhaltensgestört, hatte ADHS und Migräne (woher sollte er sonst die ständigen stechenden Schmerzen im Stirnbereich haben?) und es mangelte ihm an einer normalen Impulskontrolle. Anders sind seine – formulieren wir es mal vorsichtig – Abenteuer kaum zu erklären.

Das muss die einzig wahre Möglichkeit sein: So etwas Verrücktes kann sich doch niemand ausdenken! Außerdem ist weder die Existenz noch die Nichtexistenz von Hogwarts bewiesen. Auch die Frage, ob es jemals Drachen gab (oder vielleicht sogar noch heute gibt), konnte bislang nicht abschließend beantwortet werden. Zwar gibt es eine Mehrheit an Wissenschaftlern, die Drachen für Fantasiegeschöpfe halten, die es so nie gegeben hat. Umso verwunderlicher ist dann aber die unwiderlegbare Tatsache, dass Drachen in sehr vielen Kulturen der Erde über Äonen hinweg immer wieder Themen in Literatur und Kunst waren und auch heute noch sind. Also muss doch zumindest ein Funken Wahrheit darin stecken, oder?

Ich sehe mich zumindest nicht veranlasst, nicht zu glauben, dass es Hermine und Hogwarts tatsächlich gab oder gibt. Bei der Figur des Harald Töpfer hat die Autorin - zugegeben - etwas übertrieben. Vielleicht aber nur, um von ihrer eigenen, ohne diese Lichtgestalt als Freund möglicherweise etwas langweiligen Existenz abzulenken und dem Werk eine fantastischere Aura zu verpassen. Ironischerweise kommen Hermine und Ron Weasley, der leicht vertrottelte beste Freund von Harald Töpfer, am Ende zusammen und gründen eine Familie. Das könnte ein versteckter Seitenhieb und somit eine verspätete literarische Rache am Exmann der Autorin sein. Denn wer kann schon mit Gewissheit sagen, dass es in der Welt der Hexen und Zauberer keine Trennungen oder Scheidungen gibt? Wo doch nicht einmal bewiesen ist, ob es überhaupt Hexen und Zauberer gibt...

Wie gesagt: Das ist alles eine Frage des Glaubens…

Dienstag, 19. Februar 2013

Fleisch is(s?)t Fleisch – nanaanaanana

Bei diesem Beitrag bin ich mir gar nicht so sicher, ob er nicht doch in Frau Hamms Küche gehört… Aber lest selbst:
Ich liebe Gerichte, die mit Hackfleisch zubereitet werden. Sei es Lasagne, Bolognese, Frikadellen, Burger, diverse Aufläufe, Kohlwickel, Mett-Torte, Mettbrötchen (mit Zwiebeln natürlich)… Ich könnte hier so viele Gerichte aufzählen, dass bald kein Platz mehr bliebe.
Gerne greife ich in Zeiten der Not – also der Zeitnot – auch mal auf Fertigprodukte zurück, wenn’s mal wieder kürzer dauern soll. Wenn ich allerdings nicht Gefahr laufen möchte, demnächst Fury oder Black Beauty oder Pie (das Rennpferd aus „Kleines Mädchen, großes Herz“ mit der unvergleichlichen Liz Taylor) oder einen ihrer Artgenossen zu verspeisen, sollte ich lieber die Finger davon lassen und entweder kein gewolftes Fleisch oder keinerlei Fertigprodukte mehr verwenden. Da mir der Aufbau des Fleischwolfes aber etwas zu mühsam ist (außerdem ist das Teil nach Gebrauch immer so eklig zu reinigen), werde ich wohl wieder den Weg zum Metzger meines Vertrauens einschlagen, um dort frisches Hackfleisch käuflich zu erwerben. Das ist dann zwar etwas teurer als in der Tiefkühltheke im Discounter, aber wenigstens schaut mir ein/e Verkäufer/in in die Augen, wenn er/sie mir zusichert, dass er/sie das Tier, aus dessen Fleisch das Hack gewolft wurde, noch selbst lebend gesehen hat (ist auf dem Land teilweise wirklich noch der Fall) bzw. dass das Frischfleisch für die eigene Produktion ausschließlich von einem Schlachtbetrieb um die Ecke bezogen wird, in dessen Nähe noch nie Pferde gesichtet wurden.

Schau mir in die Augen, Kleines!

Aber irgendwie stellt sich doch die Frage, warum wir kein Pferdefleisch essen wollen. Mein Sohn z.B. hat im Alter von zweieinhalb Jahren in der Frankfurter Kleinmarkthalle eine Pferdewurst verspeist und fand die superlecker. Ich konnte mich gerade noch dazu überwinden, das Zeug zu bezahlen – essen mochte ich es nicht! Meine Schwester hatte uns damals davon überzeugt, dass das schmeckt und sie mit ihrem Neffen jetzt mal sowas essen muss. Vom Aussehen her ähnelte die Wurst der in Frankfurt sehr beliebten Rindswurst. Ich konnte trotzdem nicht davon probieren. Allein bei der Vorstellung, in ein Stück Pferd zu beißen, hat‘s mich regelrecht geschüttelt. Ich kann allerdings nicht erklären, warum das so ist.
Die Ausrede, Pferde seien so schöne Tiere, ist vollkommener Humbug. Wer einmal einer Kuh tief in die großen braunen Augen geschaut, ein Ferkel hinterm Ohr gekrault, Kaninchen gestreichelt oder Küken in den ersten paar Tagen ihres Lebens beobachtet hat, weiß, dass alle diese Tier ihre ganz eigene Schönheit haben und niedlich sind. Allerdings hat mich diese Schönheit nie davon abgehalten, Fleisch- und Wurstwaren zu verzehren. Wer vegetarisch oder gar vegan leben mag, soll das gerne tun. Ich steh auf tierisches Eiweiß! Aber eben nicht auf jede Sorte davon… Wild ist was Feines, Rind, Schwein, Geflügel, Kaninchen auch gut. Selbst Strauß (ist ja ein Vogel, also sowieso ok) und Känguru habe ich schon versucht (und für ok, jedoch – vermutlich weil exotisch – zu teuer befunden). Sogar Nutria (Bisamratte) habe ich – wenn auch unwissentlich – schon gegessen; war schmackhaft, ähnlich einem Kaninchenbraten. Aber Pferd, Esel, Hund, Katze oder Meerschweinchen – da habe ich doch Hemmungen.
Mein Mann hat schon Krokodil- und Schlangenfleisch gegessen – brrrr! Allein bei dem Gedanken daran, wird mir wieder ganz mulmig. Aber warum ist das so? Wenn jemand eine Idee dazu hat, möge er/sie sich bitte gerne melden. Vielleicht gibt’s ja psychologische Gründe für diese Aversion gegen bestimmte Tier-/Fleischsorten. Andere Menschen essen ja zum Beispiel auch Maden, Würmer, Spinnen und Heuschrecken oder auch frittierte Entenfüße oder so und die leben auch ganz gut damit. An meiner Erziehung und sozialen Prägung kann’s nicht wirklich liegen, dass ich Pferdefleisch nicht essen mag: Meine Mutter schwärmt noch heute von Pferdegulasch und Pferderouladen, wenngleich ich mich an derlei Gerichte bei uns zu Hause gar nicht erinnern kann. Es muss also vor meiner Zeit gewesen sein, dass meine Eltern ein – für mein Befinden – derart barbarisches Ernährungsverhalten an den Tag gelegt haben. Wir hatten auf unserem Freizeitbauernhof alle möglichen Tiere herumlaufen, die wir dann zum Winter hin teilweise geschlachtet und zu Wurst verarbeitet haben. Auch wenn ich im Sommer mit der Ziege an der Leine spazieren gegangen bin, habe ich dennoch die Wurst im Winter gerne gegessen.
Also hier noch einmal der Aufruf an alle da draußen: Wer kann mir sachdienliche Hinweise geben, worauf meine Aversion gegen Pferdefleisch basiert? Ich wäre wirklich für Erklärungen, und seien sie noch so absurd, sehr dankbar.

Mittwoch, 29. August 2012

Freundliche Empfehlungen des Bundesverkehrsministeriums

Manchmal fragt man sich doch bzw. frage ich mich, ob zahlreiche Verkehrsteilnehmer jemals eine Fahrschule von innen gesehen, geschweige denn ihren Führerschein tatsächlich mit einer erfolgreich bestandenen Prüfung erworben haben.

Es ist einfach nicht zu fassen, mit welcher Chuzpe sich manche Leute im öffentlichen Straßenverkehr so bewegen… Am Freitag z.B. ging ich in unserem Dörfchen die Hauptverkehrsstraße entlang, als ein PKW direkt hinter einem Parkverbotsschild (Zeichen 286 laut StVO) auf den Bürgersteig fuhr und dort anhielt. Es stieg ein Mann aus (ca. Mitte 30), der einem nachfolgenden PKW-Fahrer noch mittels wilder Winkbewegungen signalisierte, dass hinter ihm noch ausreichend Platz sei, diesen zweiten Wagen ebenfalls noch dort abzustellen, ohne dass man Einfahrten blockieren würde. So weit so gut. Allerdings befanden sich beide PKW im Bereich des Parkverbots (bzw. heißt das in der StVO mittlerweile „eingeschränktes Haltverbot“; man darf dort zum Be- und Entladen für ca. 3 Minuten halten, aber eben nicht parken). Außerdem waren die beiden Fahrzeuge so dicht an der Häuserfront abgestellt, dass ein Kinderwagen nicht mehr daran vorbei gefahren werden konnte (für Rollstühle wäre das ebenfalls nicht möglich gewesen).

Als ich das Winkemännchen darauf hinwies, dass für Kinderwagen und Rollstühle kein Durchkommen sei und die Pkw außerdem direkt im Parkverbot stünden, wurde ich angeraunzt, er stünde doch noch nicht mal eine Minute dort. Meine Erwiderung, dann habe er ja direkt Gelegenheit, diesen Fehler zu korrigieren, wurde mit einem zynischen „Na, vielen Dank aber auch!“, entgegnet. Mein sehr freundliches „Aber immer gerne“, kam nicht wirklich gut an.

Generell bin ich wirklich am Zweifeln, ob es den Fahrzeughaltern vollkommen egal ist, ob sie durch das wahllose Abstellen ihrer Fahrzeuge möglicherweise andere Verkehrsteilnehmer behindern oder nicht. Schließlich nehmen sie nicht nur Knöllchen in Kauf, sondern schlimmstenfalls auch Kratzer und Schrammen, die an ihren Wagen verursacht werden, wenn sich eben doch mal jemand durch die enge Gasse zwischen Auto und Haus hindurchzwängt und z.B. mit einer Jeans bzw. den an der Jeans befindlichen Nieten zu dicht am Wagen entlanggeht.

Ein Beispiel für wiederholtes Dummparken ist auch der weiße Mini, der im Parkhaus immer auf der Sperrfläche im Kurvenbereich steht, weil der/die Fahrer/in (ich möchte schließlich nicht auch noch Klischees bedienen) nicht willens oder in der Lage ist, die rote Ampel an der Einfahrt zu diesem Parkdeck zu beachten bzw. einfach die Ausfahrt zu einem der anderen Parkdecks zu nehmen. Statt dessen wird die sowieso schon verhältnismäßig enge Kurve beparkt; sollen die anderen doch zusehen, wie sie um das Kleinod des deutschen Autobaus herumkommen! Mich juckt’s jedes Mal in den Fingern, doch mal ein Blatt Papier mit dem Hinweis „Der Besuch einer Fahrschule zum Erwerb der Grundkenntnisse über die Funktion einer Sperrfläche wird dringend empfohlen“, zu beschriften und angefeuchtet auf die Frontscheibe ins Sichtfeld des Fahrers zu legen… Bis dato kann ich mich gerade noch so zügeln – wer weiß, wie lange noch?

Scheinbar sind Hinweisschilder, Ampelfarben und generell die StVO allerdings auch nur als unverbindliche, freundliche Empfehlungen des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung („BMVBS“ – heißt wirklich so) anzusehen und haben nicht generelle, universelle Gültigkeit. Wer weiß das schon so genau? Wonach allerdings bemisst sich überhaupt der Grad an Verbindlichkeit bei solchen Sachen?

Je kleiner das Auto desto geringer der Einfluss des BMVBS? Kann eigentlich auch nicht sein, wenn ich daran denke, wie mich morgens häufig voluminöse Fabrikate mit einem Stern oder auch einem blau-weißen Propeller auf der Motorhaube ohne zu blinken überholen, von der Linksabbiegerspur dennoch rechts abbiegen, weil der Rückstau auf der rechten Spur 15 Sekunden Wartezeit bedeutet hätte, Kurven schneiden und dabei neben sich befindliche Fahrzeuge in arge Bedrängnis bringen uswusf. Dabei spielen interessanterweise weder das Alter noch das Geschlecht geschweige denn die Haarfarbe der Fahrer überhaupt irgendeine Rolle. Im Verkehrsrowdytum herrscht scheinbar die totale Gleichberechtigung.

Endlich mal ein Bereich, in dem es kein Antidiskriminierungsgesetz (bzw. Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) braucht, damit sich wirklich jeder nach seiner façon frei entfaltet, wenn er nur die möglichen Konsequenzen in Kauf zu nehmen bereit ist.

Insofern – schöne heile Welt!

Mittwoch, 4. April 2012

Quote vs. Chancengleichheit

Starre Quoten verhindern die Chancengleichheit. Warum? Weil bei einer Quote automatisch anhand bestimmter Parameter vordefinierte Gruppen bevorzugt behandelt werden (müssen). Damit mindern sich allerdings die Chancen derjenigen, die nicht dieser vordefinierten Gruppe angehören.
Ein Beispiel: Ein DAX-Unternehmen setzt sich das Ziel, bis Ende des Jahres 2013 seinen Vorstand mit 40 % weiblichen Mitgliedern zu besetzen. Notfalls werden dann männliche Vorstandsmitglieder „gekickt“, damit für die Damen überhaupt erst der erforderliche Platz geschaffen wird. Schließlich kann man nicht einfach so zusätzliche Vorstandsressorts aus dem Boden stampfen (ok, man könnte schon, wenn man es wirklich wollte, riskiert allerdings im selben Moment seine Glaubwürdigkeit). Die Glaubwürdigkeit verliert man aber ebenso, indem man - um der lieben Quote willen - erfahrene Männer aus der Vorstandsriege entlässt, um weniger erfahrene Frauen in den Vorstand zu heben. Sicher - irgendwie müssen die Damen die Erfahrungen auch sammeln können. Dies aber auf Kosten der Männer zu tun, zeugt von wenig Emanzipation und Gemeinschaftssinn; beides übrigens immer wieder hochgelobte Kennzeichen der modernen Frau.
Die Quote gibt’s ja mittlerweile auch an den Schulen: Da muss unbedingt der Anteil der Nichtakademikerkinder an den Gymnasien erhöht werden, um Chancengleichheit unabhängig von der Herkunft zu demonstrieren. Gleichzeitig müssen allen Kindern - stammen sie aus Akademikerfamilien, aus dem Proletariat (dieses Wort wollte ich schon so lange mal in meinem Blog verwenden - endlich hat’s geklappt) oder haben sie einen Migrationshintergrund - dieselben Chancen auf höhere Bildung geboten werden. Dabei bleibt völlig außen vor, ob das einzelne Kind die Anforderungen für den Zugang zu dieser höheren Schulbildung überhaupt erfüllt. Auf Teufel komm raus werden Empfehlungen für den Besuch des Gymnasiums ausgesprochen, die Ottilie Normalverbraucherin einfach nicht mehr nachvollziehen kann. Und wenn das Kind diese Empfehlung nicht bekommt, dann klagen die Eltern vor dem Verwaltungsgericht (oder drohen auch nur mit einer solchen Klage) und schwupps kann der Sprössling auch auf dem Pfad der Vermittlung umfassenden Wissens wandeln. Manchmal führt dieser Pfad allerdings - aus den unterschiedlichsten Gründen - in die Irre, weil das Kind nicht über den erforderlichen Kompass und die Karte (also die Voraussetzungen für den Besuch dieser Schulform) verfügt. Dann bleibt es entweder sitzen, was gar nicht gerne gesehen wird, weil es die Schule im Vergleich zu anderen Schulen, die ihre Schüler konsequent immer das Klassenziel erreichen lassen, schlechter dastehen lässt. Oder dieses Kind wird per Querverweis in die nächsthöhere Klasse einer anderen Schulform (Realschule, Regelschule, Hauptschule - was auch immer gerade das nächste ist; da blickt man ja auch kaum noch durch, so viele Möglichkeiten gibt es) versetzt.
„Schuster, bleib bei deinen Leisten!“, möchte man manchen Eltern zurufen, die ihren Kindern diese Tortur antun. Dabei wäre es doch umso stressärmer und damit einfacher für das Kind, es würde - wenn es nicht von der Grundschule direkt die Empfehlung für den Besuch eines Gymnasiums bekommt - zunächst eine Realschule besuchen und im Anschluss daran, wenn die Leistungen entsprechend sind, das Abitur anstreben. Idealerweise könnte das sogar im Zusammenhang mit einer Berufsausbildung geschehen - wie es in der DDR nicht unüblich war (damals waren die Bedingungen für den Besuch der EOS (vergleichbar der gymnasialen Oberstufe) zwar etwas anders gelagert als ausschließlich an die schulischen Leistungen geknüpft, aber das Prinzip, dass jeder, der nach dem Abschluss der 10. Klasse einen Beruf erlernt, gleichzeitig auch die Hochschulreife erlangen konnte, war schon viel wert).
Der unbedingte Wille, durch eine Quotenregelung - nichts anderes sehe ich in der aktuellen Bildungspolitik - eine heterogene Schülerschaft herzustellen, geht dabei eindeutig zu Lasten der Qualität. Um nicht zu viele „Ehrenrunden“ und/oder Querverweise zu produzieren, orientieren sich die Lehrkräfte nicht mehr an einem verbindlichen Lehrplan, der festlegt, welche Inhalte innerhalb welcher Zeiträume vermittelt werden müssen, sondern nur noch am schwächsten Schüler innerhalb einer Klasse. Huch und plötzlich haben Achtklässler keinen blassen Schimmer von Parabeln und linearen Gleichungen... Wie das nur kommt? Aber Hauptsache, alle schneiden gleich schlecht ab, dann wird wenigstens niemand diskriminiert. Oh, armes Deutschland!
Chancengleichheit sollte unbedingt an gleiche Einstiegsvoraussetzungen geknüpft sein. Das gilt für die schulische Laufbahn ebenso wie für die Karriere im Berufsleben. Warum sollte ein Unternehmer verpflichtet werden, bei gleicher Qualifikation eine Frau einzustellen? Könnte dagegen nicht jeder männliche Bewerber wegen (teilweise sogar bereits in den Stellenausschreibungen angekündigter) Diskriminierung klagen? Können und müssen berufsfremde Lebenserfahrungen bei der Erstellung eines Qualifikationsprofils berücksichtigt werden? Wenn ja: Wie? Das Organisationstalent einer alleinerziehenden Mutter hat mancher Manager nicht, da organisatorische Angelegenheiten oftmals durch dessen VorzimmerDAMEn erledigt werden. Trotzdem bekommt ER die hierarchisch hohe Position mit entsprechend hohem Einkommen, während SIE in Teilzeit für einen mickrigen Stundenlohn arbeiten gehen darf und von diesen Erwerbseinkünften nicht leben kann, sondern noch die staatliche Minijobsubvention - auch „Aufstockung“ genannt - in Anspruch nehmen muss.
Genau genommen werden in unserer Gesellschaft immer mehr leistungsbereite und leistungsfähige Menschen durch Quote und Geschwafel von hochgepriesener Chancengleichheit ausgebremst. Schließlich hat nicht jedes begabte Kind betuchte Eltern, die es auf eine Privatschule schicken könnten, in der die individuellen Fähigkeiten und Talente des Kindes gefördert und nicht des lieben Friedens willen geopfert werden, damit nur ja auch der geringstbemittelte Schüler noch irgendwie mitkommt und das Klassenziel erreicht. Das mag jetzt nach extremem Sozialdarwinismus klingen. Aber mal ehrlich: Möchten Sie, dass die Chancen Ihres Kindes auf dem Arbeitsmarkt später geschmälert werden, weil einige seiner Mitschüler einfach nicht das Zeug dazu haben, ein Gymnasium zu besuchen, seine Eltern diese „Chancengleichheit“ aber durchboxen konnten?

Freitag, 26. August 2011

USP = ASM

Was soll das denn bitteschön heißen? USP, ASM, LMAA oder was? Aaaalso: der USP bezeichnet den "Unique Selling Point", also gleichzeitig das ASM, das "Alleinstellungsmerkmal"... Ist Werbesprech und muss nicht auf Anhieb von jedem verstanden werden. Deshalb erkläre ich das mal an einem (bzw. mehreren) Beispiel(en):

E-Books sind auf dem Vormarsch, seitdem es mittlerweile ganz passable Reader dafür gibt. Doch unterscheiden sich die Reader der einzelnen Hersteller derart, dass nicht jedes E-Book auch auf jedem beliebigen Reader gelesen werden kann. Im ersten Moment erinnert das an den – mittlerweile ausgefochtenen – Kampf zwischen Blue-Ray-Disc und HD-DVD sowie VMD. Blue-Ray hat sich durchgesetzt. Wer sich seinerzeit einen HD-Player anschaffte und stolz darauf war, diese innovative Technik zu nutzen, hat jetzt das Nachsehen: Es werden keine Filme mehr in diesem Format angeboten (abgesehen von Restbeständen). Gut, diese Leute können irgendwie auch stolz darauf sein, etwas zu besitzen, was nun niemand mehr kaufen kann. Aber ob sie das beim Kauf der damals teuren Geräte beabsichtigt hatten? Ich zweifle stark daran.
Ich find’s ja auch schade, dass ich nicht mehr einfach so auf den Inhalt von Disketten zurückgreifen kann, weil in meinem PC wie auch in meinem Laptop der dafür vorgesehene Schacht einfach leer bzw. geschlossen ist. Statt dessen sind jetzt an den unmöglichsten Stellen USB-Ports angebracht, dass einem schwindlig werden kann.

Doch es scheint inzwischen ein grundlegendes Problem zu sein, aus technischem Fortschritt eine Art War for Clients auszufechten und damit den ultimativen Wettbewerb um die Vormachtstellung auf dem Markt mit dem Ziel, ein Monopol zu errichten, anzukurbeln. Microsoft und Apple haben es vorgemacht und konsequent durchgezogen. Noch heute - nach über 30 Jahren seit Gründung dieser beiden Firmen - können Nutzer der einen Software nicht mal eben mit Nutzern der anderen Software Dokumente austauschen, um gemeinsam an Projekten zu arbeiten.

Es muss einfach jeder sein eigenes Süppchen kochen und nicht zulassen, dass Konkurrenzprodukte sich einfach so einschleichen...

Ein weiteres - aus meiner Sicht haarsträubendes - Beispiel hierfür sind banale Radmuttern am Auto. Wusstet Ihr, dass man mit einem handelsüblichen Radmutternschlüssel (der nach Auskunft des Tankwarts auf eigentlich alle gängigen Modelle passen sollte) nicht die Radmuttern an einem Ford lockern bzw. anziehen kann? Die sind nämlich größer (oder kleiner? - egal!). Diese Erkenntnis musste ich lernen, als ich spätabends an einer Landstraße mal einen Reifen wechseln musste bzw. wollte. Ich konnte ja nicht, weil der doofe Schlüssel, den ich aus meinem Vorgängerwagen (Opel) mitgenommen hatte, als das gute Stück verschrottet wurde, einfach nicht passen wollte. Der gelbe Engel vom ADAC war sehr nett und hilfsbereit, konnte sich aber weder das Schimpfen auf die Hersteller noch das Lachen über die Situation an sich verkneifen. War ja auch zum Schreiben komisch: Blondine versucht verzweifelt, mit einem nicht passenden Schlüssel die Radmuttern zu lösen, um alleine und ohne männliche Hilfe ein Rad auszuwechseln... Sah ein bisschen doof und hilflos aus und wäre in einer Comedy sicherlich ein guter Brüller.

In diesem Sinne:
  1. Alleinstellungsmerkmale mögen für den Hersteller auf den ersten Blick toll sein (ist schließlich was Besonderes), sind aber in der Praxis für den Nutzer oftmals eher ein Hemmschuh.
  2. Die besten Geschichten schreibt immer noch das wahre Leben.